Mittwoch, 05 Juli 2017 08:10

Martin LUTHER - Größe & Grenze

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Der Vortrag von Ulrich Gäbler, dem renommierten Kirchenhistoriker, bot Volksbildung im besten Sinne.
So unterhaltend wie eindrucksvoll gelehrt geriet der Vortrag des in Basel und Görtschach lebenden und
weit gereisten Wissenschaftlers. Der Vortragssaal im Schloss Möderndorf war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Das Thema war hoch angetragen, traf aber einen Nerv im Jahr des 500-Jahr-Jubiläums der evangelischen
Reformation. Gäbler arbeitete die reformatorische Basis und die Grundeinsicht von Luthers Theologie heraus.
Als frommer Augustinermönch stand er zunächst fest in der Tradition der mittelalterlichen Theologie, als
Wittenberger Theologieprofessor entwickelte er sich hin zu etwas Neuem, entfernte sich von der Kirche
als alleiniger Vermittlerin des Glaubens.
Gäbler vermochte das Leben und Wirken des großen Reformators in höchst lebendiger Weise zu würdigen;
sparte aber die Grenzen seiner Gelehrsamkeit keineswegs aus, etwa die Tatsache, dass er in den letzten
Lebensjahren zunehmend sein eigenes Werk durch endzeitliche Überzeichnungen und wütende Angriffe
gegen das Judentum beschädigte. Auch seine Abkehr von der zeitgenössischen humanistischen Gelehrsamkeit
kann als Grenze im Denken Luthers angesehen werden.

Martin Luther hat gesagt, dass nicht gute Taten einen guten Menschen machten, aber wohl machten gute Menschen
gute Taten.
Wir bedanken uns herzlich und reich beschenkt bei unserem Prof. Ulrich Gäbler.

Neuer Sakralienraum im Heimatmuseum eröffnet:
Verbotene evangelische Bücher aus der Zeit der  Reformation und Gegenreformation kann man im neu
eingerichteten Raum 13 im Schloss Möderndorf besichtigen.
Hier befinden auch auch bemerkenswerte Objekte barocker Volksfrömmigkeit.

Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. Ulrich GÄBLER aufgewachsen im Gailtal, lebt in Riehen bei Basel und in Görtschach. Er ist evangelischer Theologe
und Kirchenhistoriker.

Seine Forschungen gelten insbesondere der Reformation und Gegenreformation und den Frömmigkeitsbewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts in Europa
und in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Gäbler war Gastprofessor in Harvard, von 1979 bis 1989 Professor für Kirchengeschichte in Amsterdam, danach in Basel, seit 1996 in der dortigen Universitätsleitung,
von 1998 bis zur Pensionierung 2006 vollamtlicher Universitätsrektor.

 

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