Objektwelten

 

 

 

Neue Projekte 2016
 Refugees and cultures: Das Heimatmuseum als Lernort für Spracherwerb anhand (noch) fremder und eigener Regionalgeschichten. Wir wollen beidseitige Ängste und Unsicherheiten abbauen. Die Überwindung von Schwellenängsten und Aktivierung stehen im Fokus. Freiwillige Mitarbeit am alltäglichen Museumsgeschehen kann ebenso geschehen wie die angedachte Fotodokumentation moments of togetherness.

 

Ich – ich‘, Selfies und digitale Identität

Der spielerisch-fröhliche Ansatz soll dem gegenwärtigen ‚Privatpaparazzi‘-Dasein Reflexion gegenüberstellen, aber auch die digitale Traumwelt als Fluchtort vor der grauen Wirklichkeit thematisieren.
Blickfang: Die Brücke von Leonardo da Vinci

 

Kooperation mit den Bürgerfrauen Hermagor (Ausstellungsgestaltung)

 

Keramikworkshop - E. Muffat

 

Erzählort Museumscafe: Besuchen Sie uns ... unverbindlich, unangemeldet, ... es gibt immer was zu plaudern ... wir lassen hinter die Kulissen schauen.

 

 

Unser wertvollstes Ausstellungsobjekt, die bemerkenswerte „Lufft-Bibel“ aus dem Jahr 1541, hat ein neues Zuhause!
Durch großzügige Unterstützung durch die Familie Essl ist es nunmehr möglich, die Bibel sachgerecht zu präsentieren. Die neue Glasvitrine ist klimatisiert und bietet dem Buch den besten Schutz.
Das Ghm-Team mit Obmann BH Dr. Heinz Pansi bedankt sich herzlich bei der Familie Essl, an der Spitze Prof. Karl-Heinz Essl, der stets großen Anteil an der Sammlung seines Vaters und Großvaters nimmt.

Die ältesten Notenblätter der Region wurden im Archiv des Schlosses aufgefunden. Sie stammen vermutlich aus dem aufgelassenen Kloster Waisach in der Nähe des Weißensees.

„Es sind Teile eines Antiphonars, also eines Gesangbuchs für das Stundengebet. Das erste Blatt ist eine Neumenschrift auf Linien vom Metzer Grundtyp, wie man es aus Süddeutschland kennt, eher nicht Klosterneuburg oder ungarisch. Zeit: etwa 13. Jh. Es beinhaltet Gesänge für Maria Geburt, Allerheiligen und Johannes den Täufer. Das zweite Blatt ist eine gotische Hufnagelnotation, 15. Jh.“ Univ.-Prof. Dr. Franz Karl Praßl, Kunstuniversität Graz

Geschnitzter Knauf eines Hochzeitsladerstockes – als Beispiel für die Artefakte, die über das Brauchtum im Tal erzählen. Der stilisierte Hundekopf hat als Augen rote Glasperlen eingesetzt. Datierung: Mitte des 19. Jahrhunderts, die Zeit einer längst untergegangenen bäuerlichen Dorfwelt.
Syringodendron – Das ist ein Steinkern eines ca. 290 Mio. Jahre alten Siegelbaumstammes. Ein Stamm dieser Größe aus der sogenannten Steinkohlezeit ist in Europa einzigartig. Fundort war die Kronalm (Agrargemeinschaft Siebendorferschaftsalpe Garnitzen). Im September 1983 haben Experten der Geologischen Bundesanstalt und des Naturhistorischen Museums Wien die Versteinerung geborgen; dazu war es nötig den Stein zu zerschneiden und mittels Haflingerpferden des Bundesheeres, der Gebirgsjäger Spittal, abzutransportieren (Basisdurchmesser 80 cm, Gewicht 1 Tonne).
Waschbrett – hölzernes Waschbrett mit behauener Stein(!)auflage. Nur ein Beispiel für die unbedankte, vorindustrielle Hausarbeit, welche die Frauen zu verrichten hatten. Dieses interessant Stück aus dem Jahr 1845 war Teil der Brautausstattung von Susanne Regittnig, geboren 1828 in der Einschicht bei Weißbriach. 1847 heiratete sie nach Untervellach in das Bauernhaus Zankl vlg. Gospa, wo sie 1926 verstarb.

Lutherbibel-Erstdruck (4.Teil) von 1551

Der wertvolle Band gibt Zeugnis vom religiösen Leben im Gail- und Gitschtal, von der Frömmigkeit und Hartnäckigkeit der evangelischen Bevölkerung.
Bei Hausandachten wurde aus der Bibel, aus Andachtsbüchern oder Predigtsammlungen gelesen. Die Bücher kamen illegal aus Deutschland, es entwickelten sich regelrechte Schmugglerrouten über die Alpen.
Die „Hausbibeln“ waren wertvolle Schätze, die über Generationen gehütet wurden.
Die Sammlung von Georg Essl, dem Großvater von Prof. Karl-Heinz Essl, im Gailtaler Heimatmuseum umfasst zahlreiche bedeutende religiöse Schriften: Bibeln, Hauspostillen, Predigtschriften, Gebet- und Gesangbücher, Handschriften u. v. m.

Genius – Bronzestatuette eines Opfernden. Er ist bekleidet mit einem bis zu den Waden reichenden Himation, das die rechte Schulter und den rechten Arm freilässt. Dieser ist weit seitwärts ausgestreckt und hält mit der Hand eine Schale, eine Patera. Die Augen sind betont groß angegeben. Er trägt eine Kappe.
Die Kappe ist ein Attribut des Vulcanus. Vielleicht ist hier ein opfernder Gott dargestellt. Die Votivfigur wird römisch datiert und verweist somit auf die lange Besiedlungskontinuität im Gailtal, vgl. etwa die Funde auf der Gurina bei Dellach.

Forellenbarsch, amphiplaga brachyptera
Man kann dieses Fossil als UR-FORELLE bezeichnen, die vor sich ca. 50 Mill. Jahren entwickelte (Eozän).
Es ist davon auszugehen, dass der Forellenbarsch als Bewohner kleiner, schnell fließender Zuflüsse nur zeitweise in Seen vorkam, eventuell nur zum Laichen. Analysen des Mageninhalts zeigen forellen-typische Nahrungsreste wie Insekten und Insektenlarven.
Fundort: Perner Quarry, Kemmerer , Wyoming/USA
Schenkung Dr. Thomas Perner

Europäische Blankwaffen aus Polen, Ungarn, Frankreich, Russland, Bayern und Österreich

Porträt eines unbekannten Bürgers

Ölbild  von Johann Bartl (1764-1837)