Samstag, 01 August 2020 12:17

Ein windischer Abend in der alten Kesn

Hermann Fritz, Arthur Ottowitz, Volker Pawliska, Foto Hans Jost Hermann Fritz, Arthur Ottowitz, Volker Pawliska, Foto Hans Jost Hans Jost

Do. 13. August 2020

Gedichte und Miniaturen erdacht von Volker Pawliska und von Hermann Fritz in den windischen Dialekt übertragen, wie sie die Panagorze ("die vom Berghang") sprechen, entführten die Gäste in vergangene und gegenwärtige Lebens- und Dorfwelten zwischen St. Stefan und Emmersdorf.

Es waren nachdenkliche Passagen sowie unterhaltsame Anekdoten über menschliche Beziehungen und Alltagsszenen. Dabei widersteht Volker Pawliska jeder Idylle, mag auch die Poetik darunter leiden. Dafür sorgt dann wieder der großartige Hermann Fritz, der als wahrer Native Speaker, selbst kritische Passagen mit dem Kolorit der slowenischen Mundart verziert.

Die vielen, reichen Bilder erzeugten ein wahres Kopfkino, zu welchem Arthur Ottowitz mit seiner Mundharmonika hörenswerte Filmmusik beisteuerte - unprätentiöse und stilsichere Klangteppiche. 
Ein besonders rührender Moment war die ehrfürchtige Nennung jener Familien aus dem Gailtal, die ob ihrer Sprache von den Nazis verfolgt, vertrieben und eingekerkert worden waren.

Es war ein stimmungsvoller Abend unter dem Kesndach und die drohenden Gewitterwolken haben sich zurückgehalten.

Der einmalige und höchst lesenswerte Band enthält auch 6 Gebete, die von Rosemarie Pawliska-Mente zusammengestellt wurden, und er ist unter dem Titel: "Niksala, Smarikua & Štoklca" in der Buchhandlung Eder in Hermagor erhältlich.

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